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 Betreff des Beitrags: Peplos mit Apoptygma?
BeitragVerfasst: Samstag 14. April 2007, 17:36 
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Trotz dieses wunderschönen Wetters plagt mich eine unangenehme Frage:

Wurde in der Frauentracht des ersten und zweiten Jarhhunderts in den Nordwestprovinzen ein Peplos mit Apoptygma getragen?

- Die Sprachliche Diskussion, ob das Ding dann noch Peplos heißt oder ein Chiton ist oder sonstnochwas möchte ich hiervon direkt abgrenzen, ich meine mit Peplos ein SCHLAUCHGEWEBE OHNE ÄRMELLÖCHER an der Seite -

Das es Peploi gab, ist meines Erachtens nach bewiesen - zunĂ€chst durch die Menimane-Tracht (welche ja nur Regional fĂŒr den Mainzer Raum Geltung findet und wohl eine Tradierung einheimisch-keltischer Kleidung wiederspielgelt).
Desweiteren sind die unzĂ€hligen Funde von Fibeln anzugeben, die wir z.B. komplett bearbeitet und klassifiziert aus Augst kennen. Viele der Fibeln konnten kaum den Stoff eines Mantels oder sonstwelchen Überwurfs aufnehmen, waren also evtl. der Frauentracht zugehörig und - aufgrund ihrer reichen Verziehrungen - sichtbar getragen worden. D. h. sie gehörten zum Übergewand. Welche ÜbergewĂ€nder gibt es, die gefibelt werden mĂŒssen? Peploi. Aber nun der casus cnacsus: Hatte der Peplos ein Apoptgma wie im griechischen oder nicht?

Bei der Menimane-Tracht ist kein Apoptygma zu sehen (und es gibt auch Leute, die sagen, es wĂ€re kein Peplos, sondern ein Tuch mit ĂŒberkreuzten Enden...). Desweiteren ist mir hier bei der Literaturrecherche kein Apoptygma fĂŒr die Tracht der Nordwestprovinzen (!) untergekommen, auch nicht in der stadtrömisch geprĂ€gten Tracht der eingewanderten Bevölkerung. Da scheint mir der Chiton mit geknöpften ScheinĂ€rmeln ("gap-sleeved tunic", Chiton, da die Arme an der Seite des rechteckigen Stoffes rausgehen) als Übergewand oder eine komplett genĂ€hte Tunika die Alternative zur ja nicht konstant und lange getragenen Stola zu sein.

Aber kein Peplos mit Apoptygma....

Wo wir den wohl evtl. annehmen können, ist im germanischen Bereich. Der rundgewebte Peplos aus dem Huldremose ist 1,30 breit und 1,68 lang - da muss Frau ihn wohl entweder mit Überschlag ĂŒber der GĂŒrtung oder mit Apoptygma tragen, wobei ich bisher nur die drappierung als Peplos mit Apoptygma gesehen habe.

aber was ist mit den Römern? :?


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BeitragVerfasst: Samstag 14. April 2007, 17:56 
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Han isch sowat von keine Ahnung... :wink:

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Authari
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...aus nachvollziehbaren GrĂƒÆ’Ă†â€™Ăƒâ€šĂ‚ÂŒnden wurde das tragen von Pickelhauben bei den Ballontruppen untersagt..


...Arschbacken und Kuchenbacken... sind beides backen, haben aber trotzdem nichts Gemeinsam...


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BeitragVerfasst: Sonntag 15. April 2007, 18:56 
Miles Gregarius
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Ich habe mal gelesen das ein Peplos mit Apoptygma bei den Römern als
"Göttinnen-Tracht" angesehen wurde und er entsprechend nicht von
"normalen" Frauen - im Gegensatz zu Pristerinnen u.a. - getragen
wurde. Ein entsprechendes Verhalten wĂŒrde ich dann auch in den
nord-westlichen, "lateinischen" Provinzen erwarten. - Ich bin mir
aber nicht sicher ob ich das Thema richtig verstanden habe ... ;-)

vale

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Marcus Mentellius Sermonius


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BeitragVerfasst: Montag 16. April 2007, 14:02 
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Gibt Bronzestatuen aus Pompeii, deren Peplos einen Überwurf hat. Die ziehen sich gard an...oder aus...ist fast in jedem Katalog.
Ich glaube aber die gehen auf griech. Ă€ltere Originale zurĂŒck.
Hab auch mal TĂ€nzerinnen aus hadrianischer Zeit damit gesehen, kann aber auch im Kult gewesen sein.

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Ein Genie lernt alles, von jedem.
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Der Dumme lernt nichts...., er weiĂƒÆ’Ă†â€™Ăƒâ€ŠĂ‚Âž alles besser.


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BeitragVerfasst: Montag 16. April 2007, 16:07 
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Danke euch fĂŒr eure Stellungnahme! :)

Okay, das wĂŒrde meine bisherigen Vermutungen zu dem Thema definitiv unterstreichen.
Da das Ding aus Griechenland kommt (und auch bei den Etruskern ĂŒblich war) ists als graekisierendes oder sonst wie altertĂŒmlich anmutendes Element im Kult, bei TĂ€nzen etc. oft ein Peplos mit Apoptygma, im normal(=stadt)römischen ist er nicht nachzuweisen, in der provinzialen Tracht ist er mir auch noch nicht untergekommen (weder bei der Menimane noch bei der norisch-pannonischen, da sieht man beim Garbsch nĂ€mlich keine Apoptygmen, bei norischen MĂ€dchen sind es meist auch Chitone... es gibt lediglich ein paar wenige FĂ€lle, in denen man bei der norisch-pannonischen drĂŒber streiten kann, kategorisch ausschließen möcht ichs nicht).
Lediglich fĂŒr die germanische Tracht ists zu vermuten, und das wĂŒrde dann auch ein Aufkommen von Peploi mit Apoptygma im spĂ€ten römischen Reich ermöglichen, durch die Ansiedlung von Germanen etc. pp.


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BeitragVerfasst: Montag 16. April 2007, 19:24 
Musica Romana
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Peplos mit Apoptygma fĂŒr Göttinnen, TĂ€nzerinnen oder im "graecisierenden" Zusammenhang wurde aber doch als Unter- bzw. einziges Gewand getragen, jedenfalls ohne Untertunica wie die "provinzialrömischen" oder "keltischen" Reenactment-Peploi.

Die Calasis (gap-sleeved tunic) war auch kein Über-, sondern ein Untergewand, oft auch in Stadtrom unter der Stola getragen oder solo wie ich.

Wenn ich mich recht erinnere, nimmt Garbsch ja ĂŒberhaupt noch fĂŒr das Obergewand der Norikerinnen eher ein zugeschnittenes Kleid an statt "Schlauchware" - zumindest fĂŒr die Norischen MĂ€dchen im 1. Jh. Im 2. Jh. wurden dann auch ihre ObergewĂ€nder weiter.

Kann man eigentlich an den Matronensteinen etwas von der Art des Peplos sehen oder ist da immer zuviel Mantel drĂŒber?

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BeitragVerfasst: Montag 16. April 2007, 20:14 
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Ich hab mal in meinen Noricum-Urlaubsfotos gestöbert:
(anclicken zum VergrĂ¶ĂŸern)

Bild
Bild

Die hohe GĂŒrtung dieser norischen Steirerinnen lĂ€sst m.E. nicht gerade auf ein Apoptygma schließen.
Und in diesen Bögen am "Brustgeschirr" der Damen meine ich die "GĂŒrtelbeschlĂ€ge" von Garbsch wiederzuerkennen.

Bild
Das hĂ€lt Garbsch fĂŒr ein zugeschnittenes Kleid mit schmalen Schultern und zunehmender Weite zum Saum hin.

Bild
Und das wÀre der weitere Peplos aus dem 2. Jh. Auch ohne Apoptygma, und wies aussieht, auch ohne Fibeln.

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BeitragVerfasst: Dienstag 17. April 2007, 11:57 
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Das letzte Bild zeigt das, was ich mit Chiton betitelt habe - Ist ja im Schnitt rechteckig, nur an den seiten nicht komplett zugenĂ€ht, sondern mit Loch oben fĂŒr die Ärmel.
Deine Vermutungen bezĂŒglich des Garbsch treffen voll und ganz zu, zum einen spricht er von einem Gewand mit schĂŒrzenartigem Latz (zugeschnitten eben) und zum anderen von dem o.g. Chiton.
Das gilt allerding bei ihm nur fĂŒr die MĂ€dchentracht. Denn die Grabsteindarstellungen mit den ungefibelten Chitonen zeigen meist (m. E. immer) MĂ€dchen mit Spiegel und KĂ€stchen.

Insofern wĂŒrde ich den Peplos mit Apoptygma wirklich nur in der hellenisierenden oder germanischen Tracht sehen. Alles andere sind Chitone, ob mit oder ohne ScheinĂ€rmeln, Knötchen oder was auch immer.

Ist die Calasis nun mit ScheinĂ€rmeln (kompletter Schlauch mit Ärmellöchern oben) oder mit den ÄrmelausgĂ€ngen an der Seite (= Chiton)?


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BeitragVerfasst: Dienstag 17. April 2007, 12:51 
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So wie ich im Pausch die Calasis verstanden habe, hat sie die ArmausgÀnge seitlich. Er beschreibt sie auch als Sonderform der Tunica.

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