Alle Zeiten sind UTC + 2 Stunden




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beitr√§ge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Antike Kartenkunde
BeitragVerfasst: Mittwoch 17. Mai 2006, 15:35 
Tesserarius
Tesserarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Montag 5. September 2005, 18:47
Beiträge: 3128
Wohnort: Swisttal
Da wir das Thema auf dem Lager hatten dachte ich wäre ein Thema dazu angemessen.
Ein Beispiel, in welcher Form die Antike ihre Karten anlegte bietet die uns in einer sp√§tmittelalterlichen / fr√ľhneuzeitlichen Abschrift erhaltene tabula peutingeriana.
http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chron ... _manu.html

Wie man gut erkennen hat, ist dieses Prinziep, welches sich auf einigen Scherbenfunden wiederfindet, deutlich anders, als unsere heutigen Karten.
Trotzdem ist alles wesentliche zur Orientierung darauf zu finden, insbesondere eben St√§dte, Fl√ľsse und gro√üe Gebirgsz√ľge.

Auf Feldz√ľgen und in fremden Territorien ist daher nicht eine detaillierte Vermessung angeraten gewesen. Was die Heere statt dessen taten vermerkt Vegetius III,6:
"Zuerst einmal mu√ü er von allen Regionen, in denen man den Krieg f√ľhrt, sehr ausf√ľhrlich und genau dargestellte Wegbeschreibungen (perscripta) haben, so da√ü er die Entferungen zwischen den Punkten nicht nur nach der Schrittzahl, sondern auch hinsichtlich der Beschaffenheit der Wege sich einpr√§gen und Abk√ľrzungen, Nebenwege, Berge und Flu√ül√§ufe nach zuverl√§ssiger Beschreibung bedenken kann. Das geht so weit, dass man versichert, die f√§higsten F√ľhrer h√§tten Wegbeschreibungen der Provinzen, in denen diese Notwendigkeit bestand, nicht nur aufgeschrieben, sondern auch aufgemalt besessen, damit einer vor dem Aufbruch den Weg nicht nur abstrakt im Verstand, sondern auch mit der sinnlichen Anschauung der Augen ausw√§hlen k√∂nnte."

Diese w√∂rtliche Beschreibung gibt das Bild der tabula peutingeria ziemlich exakt wieder. Die Wege und ihre einzelnen Punkte sind mit L√§ngenma√ü bis ins Detail ausgemessen und ausgearbeitet, alles darum herum, wie markante Landschaftsmerkmale wird aufgef√ľhrt, keineswegs jedoch in unserem, kartographischen Sinne, der eine Vermessung auch dieser und der dazwischen liegenden Strecke ohne eingeschlagenen Weg notwendig machte.
Gleichzeitig macht er, auch in den folgenden Abschnitten dieses Zitates deutlich, dass die F√ľhrer in solchen Regionen eine au√üerordentlich hohe Bedeutung erhielten und ebenfalls auf Hilfswerkzeuge zur√ľck griffen.
In dem Zusammenhang sei auch auf die "exploratores" verwiesen.

_________________
Wer war froher als Neanth, da er sich Meister von diesem wundervollen
Instrumente sah, wodurch er, ohne das mindeste von der Musik zu
verstehen, der Erbe des Talents eines Orpheus zu sein glaubte! - Lukian

Tib. Gabinius Primus
alias Talos
alias Tobias


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Donnerstag 18. Mai 2006, 06:36 
Miles Cohortis
Miles Cohortis
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Mittwoch 7. Dezember 2005, 21:57
Beiträge: 38
Kartenkunde find ich ein sehr interessantes Thema. Erinnert mich an meine Anfangszeiten beim Bund mit "soweit die F√ľsse tragen und Einer kam durch". :lol:

In dem Zusammenhang w√ľrde ich gerne anfragen, ob wir eine GROMA bauen sollten, sozusagen als Basis. :wink:
__________
Hortalius Lupus Helleni
alias Wolfgang Hellings


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Donnerstag 18. Mai 2006, 12:08 
Tesserarius
Tesserarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Montag 5. September 2005, 18:47
Beiträge: 3128
Wohnort: Swisttal
Auf jeden Fall! Ich trage mich schon lange mit dem Gedanken, hab auch bereits Material gesammelt, allein, das Handwerk will mir nicht liegen :D

_________________
Wer war froher als Neanth, da er sich Meister von diesem wundervollen
Instrumente sah, wodurch er, ohne das mindeste von der Musik zu
verstehen, der Erbe des Talents eines Orpheus zu sein glaubte! - Lukian

Tib. Gabinius Primus
alias Talos
alias Tobias


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Donnerstag 18. Mai 2006, 12:51 
Miles Cohortis
Miles Cohortis
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Mittwoch 7. Dezember 2005, 21:57
Beiträge: 38
Dann solten wir es mal anpacken. :lol:
___________________
Hortalius Lupus Helleni
alias Wolfgang Hellings


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 21. Mai 2006, 11:45 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Römische Vermessungstechnik ist auf jedenfall ein
spannendes Thema !
Wahrscheinlich wird aber eine Groma alleine nicht ausreichen - aber mit Ihr sollten wir
starten.
Kennt jemand das exakte Funktionsprinzip ? Welche Quellen gibt es ?
(Ich vermute Frontinius und Henon v. Alexandria)
Gibt es "Baupläne" von anderen Nachbeuten ?

valete
Marcus

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sonntag 21. Mai 2006, 15:47 
Schreiber
Schreiber
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 28. März 2006, 19:04
Beiträge: 229
Also ein Kompletter Fund wurde in Pompeij gemacht.

Fällt mir grad auf die schnelle ein.

Aber ich muss auch noch mal schauen, ich hatte mich letztens erst mit dem Thema beschäftigt.

Vale

Marcus Asprenas Fidelus


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mittwoch 24. Mai 2006, 20:32 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Was kann man mit der Groma eigendlich alles messen ?
Rechte Winkel - klar !
Was noch ?

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Dienstag 4. Juli 2006, 23:00 
Tesserarius
Tesserarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Montag 5. September 2005, 18:47
Beiträge: 3128
Wohnort: Swisttal
Sorry f√ľr die sp√§te Antwort.
In begrenztem Maße kann man auch Geraden fällen, ganz leichte Chancen auf Gefälle hat man ebenfalls.

Hier auch noch ein Interessanter Link meiner Uni:
http://www.altegeschichte.uni-bonn.de/kolloquium.htm

_________________
Wer war froher als Neanth, da er sich Meister von diesem wundervollen
Instrumente sah, wodurch er, ohne das mindeste von der Musik zu
verstehen, der Erbe des Talents eines Orpheus zu sein glaubte! - Lukian

Tib. Gabinius Primus
alias Talos
alias Tobias


Nach oben
 Profil  
 
Beitr√§ge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beitr√§ge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 2 Stunden


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Template by L.J√ľngel - Forum Romanumque - Flavii e.V. 2012
Deutsche √úbersetzung durch phpBB.de