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 Betreff des Beitrags: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Montag 27. September 2010, 18:39 
Neuling
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Guten Abend,

ich suche ein Zitat. Sinngemäßer Inhalt. ' Seit Marius besiegen wir 200 Jahre lang die Germanen. Wann merken die endlich, dass wir gewonnen haben?'

Und noch etwas: Gibt es eine deutsche √úbersetzung der 'strategemata'?
Mein Latein ist längst vergessen und mein Englisch zu schlecht zum querlesen :-(


Gruß
J. Schmidt

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J√ľrgen Schmidt, Pohl

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 Betreff des Beitrags: Re: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Donnerstag 30. September 2010, 14:37 
Philosoph
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Oh, offensichtlich sind die Literaturkenner gerade alle ausgeflogen √ɬĘ√Ę‚Äö¬¨√ā¬¶ mich erinnert der Satz eher an "Quintus" aus "Gladiator" in der Anfangssequenz: "A people should know when they are conquered" - "Would you, Quintus?" antwortet darauf die Hauptfigur, "Would I?" --√É‚Äö√ā¬†Ist sicher an das Zitat angelehnt.

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VLG T.M.P./J.H.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Donnerstag 30. September 2010, 20:48 
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Hallo J√ľrgen,

das einzige, was ich zu dem Thema finde, ist aus der Germania von Tacitus:

Gruß
Klaus

Zitat:
37. In derselben Ausbuchtung, unmittelbar am Meere, wohnen die Kimbern, jetzt eine kleine V√∂lkerschaft, doch gewaltig an Ruhm. Von der einstigen Geltung sind weithin Spuren erhalten, ausgedehnte Laderpl√§tze jenseits und diesseits des Rheines, an deren Umfang man jetzt die ungeheure Arbeitskraft dieses Stammes und die Glaubw√ľrdigkeit des gro√üen Wanderzuges ermessen kann. Sechshundertvierzig Jahre z√§hlte unsere Stadt, als man unter dem Konsulat des Caelius Metellus und Papirius Carbo zum ersten Male von den Waffentaten der Kimbern vernahm. Rechnen wir von da ab bis zum zweiten Konsulat des Kaisers Trajan, dann ergeben sich ungef√§hr Zweihundertzehn Jahre: so lange schon wird Germanien besiegt! Im Verlauf dieser langen Zeit erlitten beide Seiten schwere Verluste. Nicht der Samnite, nicht der Punier, nicht die spanischen oder die gallischen Lande, ja nicht einmal die Parther machten √∂fter von sich reden: st√§rker noch als die K√∂nigsmacht des Arsakes ist das Freiheitsstreben der Germanen. Denn was kann uns der Osten weiter vorhalten als den Untergang des Crassus? Daf√ľr b√ľ√üte er seinerseits den Parcorus ein und musste sich einen Ventidius beugen. Anders die Germanen: sie haben Carbo und Maximus Mallius geschlagen oder gefangen genommen und zugleich dem r√∂mischen Volke f√ľnf konsularische Heere entrissen, ja sogar dem Kaiser Augustus den Varus und mit ihm drei Legionen, und nicht ohne eigene Verluste rang sie Marius in Italien, der g√∂ttliche C√§sar in Gallien, Drusus und Nero und Germanicus in ihrem eigenen Lande nieder; bald danach nahmen die ungeheueren Drohungen des Kaisers Gaius ein l√§cherliches Ende. Seitdem war Ruhe, bis die Germanen, unsere Zwietracht und den B√ľrgerkrieg ausnutzend, die Winterlager der Legionen erst√ľrmen und selbst Gallien zu gewinnen suchten. Und nachdem sie von dort wieder vertrieben waren, hat man in j√ľngster Zeit Siege √ľber sie mehr gefeiert als wirklich errungen.

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Quare verbis parcam? Gratuita sunt!
Warum soll ich mit Worten sparen? Sie sind doch umsonst! (Seneca)


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 Betreff des Beitrags: Re: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Freitag 1. Oktober 2010, 14:45 
Neuling
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Danke, das wars. :)
Gruß
J√ľrgen

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J√ľrgen Schmidt, Pohl

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 Betreff des Beitrags: Re: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Montag 18. Oktober 2010, 00:43 
Pagani
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Ich habs leider spät gesehen und weiß nicht ob es noch akut ist, aber "strategemata" ist altgriechisch und der Plural zu "strategema". Das Wort meint Kriegslist oder den Plan eines Feldherren.

Gr√ľ√üe,
Lucius

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"sed quot homines, tot sententiae; falli igitur possumus."

Cicero, De Finibus bonorum et malorum I, 5, 15

------------------------
Robinson
alias Lucius Rabirius Crito
alias Lykios Polystratou


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 Betreff des Beitrags: Re: Tacitus Zitat
BeitragVerfasst: Mittwoch 2. Februar 2011, 23:44 
Interessiert
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Registriert: Donnerstag 13. Januar 2011, 15:13
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SALVETE
Gut , is zwar schon etwas √§lter - ich bin halt der ewige Nachz√ľgler :roll:

Literatur: http://www.readbox.net/book/strategemat ... germaniens
http://virgobeta.lib.virginia.edu/catalog/u2091313

Gerhard Bendz (√úbers. und Hrsg.): Kriegslisten: lateinisch und deutsch. Akademie-Verl, Berlin 1963. (Weitere Auflagen)

http://verlag.oeaw.ac.at/products/Sachg ... ainos.html

Dies nur f√ľr etwaig unkundige Leser damit sie wissen um was es √ľberhaupt geht:

Die Strategematicon libri III sind eine Sammlung milit√§rischer Kriegslisten aus der griechischen und r√∂mischen Geschichte, zum Gebrauch der Offiziere bestimmt; ein viertes Buch, dessen Anlage und Stil sich vom Rest unterscheidet (zum Beispiel wird hier mehr Wert auf moralische Aspekte des Krieges gelegt), galt fr√ľher als Werk eines anderen Autors, wird heute aber als echtes Werk des Frontinus angesehen. Dieses √ľber 1300 Jahre verschollene Werk wurde im 15. Jahrhundert durch den italienischen Humanismus wiederentdeckt.

Frontinus verfasste sein Werk √ľber die Strategeme w√§hrend der Herrschaft Kaiser Domitians - dieser wird dort mehrmals als lebend erw√§hnt -, vermutlich zwischen 84 und 88. Er unterteilte es in vier B√ľcher:

I. Buch: Maßnahmen vor dem Kampf,

II. Buch: Maßnahmen im Kampf und nach dem Kampf,

III. Buch: Ma√ünahmen zur Erst√ľrmung und Verteidigung von St√§dten,

IV. Buch: Feldherrntugenden.

Ob Frontinus auch das IV. Buch schrieb, war umstritten. Bendz ist sich jedoch sicher, dass Frontinus auch der Autor des IV. Buches ist. Er erkl√§rt die stilistischen M√§ngel dieses Buches damit, dass es eine Art Nachtrag sei und erst Jahre sp√§ter hinzugef√ľgt worden sei. Die einzelnen B√ľcher sind in mehrere Kapitel zu bestimmten Themen unterteilt, z. B. im II. Buch:

1. Wie man den Zeitpunkt des Kampfes wählt,

2. Wie man den Ort des Kampfes wählt,

3. Wie man die Truppen aufstellen soll, usw.

Zu den jeweiligen Kapiteln gibt es eine Reihe beispielhafter Anekdoten mit Kriegslisten, die nach sachlicher √Ąhnlichkeit geordnet sind. Dadurch wirkt das ganze Werk wie eine Sammlung von Anekdoten. Insgesamt sind es 583. Bendz glaubt, Frontinus k√∂nnte die Strategeme als Veranschaulichung f√ľr seine verlorengegangene Schrift √ľber das Kriegswesen (De re militari) zusammengestellt haben.

Als Quellen erw√§hnt Frontinus Geschichtsschreiber und die seinerzeit popul√§re Exemplaliteratur, in der √ľber geschichtliche Denkw√ľrdigkeiten, Anekdoten und Beispiele berichtet wurde. Auch die Strategeme geh√∂ren zu einer Unterart dieser Literaturgattung. Hauptquelle waren wohl √§ltere antike Strategemsammlungen, die verloren gegangen sind. √Ąhnlichkeiten zwischen den Strategemen und der Strategemsammlung des Griechen Polyainos, der einzigen weiteren die erhalten geblieben ist, lassen vermuten, dass beide dieselben Quellen verwendeten. Manche Quellen waren jedoch fragw√ľrdig, das f√ľhrt bei Frontinus zu Namensverwechslungen und v√∂llig falsch dargestellten Begebenheiten. Andererseits berichtet Frontinus auch √ľber Ereignisse, die sonst nirgendwo verzeichnet sind.

Bendz beschreibt Frontinus√ɬĘ√Ę‚Äö¬¨√čŇď Stil als n√ľchtern, sachlich, schlicht, manchmal aber auch schwerf√§llig, unsch√∂n und holprig. Er lese sich ganz angenehm und bleibe nahe an der Umgangssprache.

So:
Lateinischer Original Text und Englische √úbersetzung:
http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/R ... /home.html

Tut mir leid , auf Deutsch hab ich es (noch) nicht gefunden ....


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