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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 17:56 
Miles Gregarius
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Tertius Mummius hat geschrieben:
Marcus Mentellius hat geschrieben:
salvete

die Kriterienfelder von Prof. Hohlbruck ...


Hochbruck.
:mauer:



:oops: :oops: :oops:

sorry

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 18:28 
Togatus
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Beim Stichwort Aachener ErklĂ€rung fĂ€llt mir ein konkretes Parameter ein, das in der letzten Zeit eine gewisse traurige BerĂŒhmtheit erlangt: Ist der Darsteller fĂ€hig, seine eigenen Überzeugungen von der Darstellung zu trennen? Und wie macht man das dem Publikum dann klar?

Ein Kreuzritter-Darsteller schrieb mir dazu eine sehr nachdenkliche Email, denn er sah sich deutlich mit dem Problem konfrontiert, in der Rolle des Kreuzritters ein Welt- und Menschenbild zu vermitteln, das so gar nicht mit seinen eigenen oder den heute ĂŒblichen ethnischen GrundsĂ€tzen konform geht, doch wollte er es auch nicht unterschlagen, weil das auch einer VerfĂ€lschung gleichkĂ€me.

Er hatte diese Probleme, welche sich bei der Darstellung alter Kulturen immer stellen, deutlich erkannt - viele andere leider noch nicht. Es gibt zum Beispiel genĂŒgend Hobby-Leute, die Geschichtsdarstellung mit ihrer spirituelle Sinnsuche vermengen. Ein krasses Beispiel (in einem Museum!) aus jĂŒngster Zeit: http://www.saarbrueckerzeitung2.de/geonews/show.phtml?nID=GMB26BOF0.1

Was ich meine ist das Prinzip des kulturellen Relativismus im ursprĂŒnglichen, anthropologischen Sinne, also als Prinzip der wissenschaflichen Forschung und Darstellung (nicht im erweiterten Begriff, der gerne mal mit der Frage der universellen Menschenrechte kollidiert). Dieses Kriterium wĂŒrde ich dem Punkt 1: Fachwissen zuordnen, auch wenn es da zunĂ€chst etwas fremd erscheint, gehört es doch zur Interpretation eines historischen Sachverhalts dazu, seine eigenen Vorstellungen z.B. religöser Natur bei der Beschreibung und Einordnung (soweit es im Rahmen der menschlichen Natur möglich ist) außen vor zu lassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 08:28 
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Andreas hat geschrieben:
... Problem konfrontiert, in der Rolle ... ein Welt- und Menschenbild zu vermitteln, das so gar nicht mit seinen eigenen oder den heute ĂŒblichen ethnischen GrundsĂ€tzen konform geht, doch wollte er es auch nicht unterschlagen, weil das auch einer VerfĂ€lschung gleichkĂ€me.
genau dieses Problem sollte eigentlich jeder haben
... Ein krasses Beispiel (in einem Museum!) aus jĂŒngster Zeit: http://www.saarbrueckerzeitung2.de/geonews/show.phtml?nID=GMB26BOF0.1
bei uns heissen solche Leute "Eso-Kelten, mit denen wollen wir nichts zu tun haben :mauer: ... wenn sich ein Museum solche Leute eintritt kann ihm nicht mehr geholfen werden :x
... gehört es doch zur Interpretation eines historischen Sachverhalts dazu, seine eigenen Vorstellungen ... bei der Beschreibung und Einordnung ... außen vor zu lassen.
so sollte es sein


Was viell. noch berĂŒcksichtigt werden sollte: "interoperabilitĂ€t" zwischen Gruppen.
Immerhin ist die "Szene" ganz schön zersplittert (seit 1990).

Falls ein "Veranstalter" eine grosse "Ansammlung von Darstellern" wĂŒnscht (z.B. Kalkriese?) sollten die auch "miteinander können".

_________________
>>>wer hier Schreibfehler findet darf diese behalten und auch selbst verwenden<<<


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 15:23 
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Habe mir jetzt die Posts durchgelesen und finde die Idee ansich nicht unbedingt schlecht.
WĂ€re auch ein Ansporn fĂŒr viele sich in ihrer Darstellung zu verbessern.
Nur wer sollte entscheiden sagen wir mal wer gut ist,wer Qualitativ arbeitet und eine art GĂŒtesiegel verdient hat?
Ich Glaube solch ein Gremium sollte nicht nur aus Archeologen bestehen sondern auch aus Vertretern div. Darstellender Vereine/Gruppen.
Auch mĂŒsste man fĂŒr jede Zeitepoche usw Spezialisten sitzen haben.Da ein zb. Darsteller aus dem SpĂ€tmittelalter wohl kaum ahnung von Römern oder Germanen haben wird.
Auch darf man dann nicht mit dem Finger auf diejenigen zeigen die sich der QualitÀtskontrolle nicht unterziehen möchten,auch wenn sie vielleicht in ihrer Darstellung usw Top sind.
Aus meiner sicht aus der eines Menschen der Living History als Hobby betreibt und nicht als Beruf sehe ich da auch einige schwierigkeiten Geschichtsvermittlung als Beruf und Geschichtsvermittlung als Hobby unter einem Kontrollorgan zu vereinen.
Aber gut diese Thematik wurde ja schon angesprochen.

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Der Macht muß der Mann,wenn er klug ist,
Sich mit bedacht bedienen,
Denn bald wird er finden,wenn er sich Feinde macht,
Das dem Starken ein StÀrkerer lebt.


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http://www.hetairoi.de


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 15:23 
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Achja,und anders als mein lieber Centurio bin ich schon der meinung das ein Paar Gruppen in Österreich einer QualitĂ€tskontrolle standhalten wĂŒrden.
Laufen ja nicht nur Elfen bei uns herum :lol:

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 Betreff des Beitrags: Grundsatzfrage
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 17:51 
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"... Geschichtsvermittlung als Beruf und Geschichtsvermittlung als Hobby unter einem Kontrollorgan zu vereinen."

Zwar fĂŒhrt dieser Gedanke von der gerade begonnen Ideensammlung fĂŒr konkrete Parameter weg, doch scheint mir dieser Punkt ausgesprochen wichtig fĂŒr die Zielrichtung der ganzen Diskussion.

Seitdem Wolfgang Hochbruck mit seinem Artikel bei chronico.de an die Öffentlichkeit ging, wird die Debatte in der Szene - und so nun auch hier - in erster Linie auf der Ebene der (Hobby-) Gruppen und Vereine gefĂŒhrt, so als ob Prof. Hochbruck einen Plan vorgelegt hĂ€tte, das Hobby "Reenactment/Living History" einem einzigem Kontrollorgan zu unterwerfen.

(Dies mag zum Teil daran liegen, dass die deutsche Szene den Begriff LH fast auschließlich auf sich selbst anwendet, obwohl er im amerikanischen Sprachgebrauch auch noch andere Dinge einschließt, nĂ€mlich museumspĂ€dagogische Arbeit in Museen und manchmal sogar die experimentelle ArchĂ€ologie)

Doch wenn ich mich recht an unsere GesprĂ€che in Kiekeberg erinnere, so war diese allumfassende Kontrolle der Hobbyszene gar nicht seine Absicht! TatsĂ€chlich ging es ihm um ein spezielles Teilsegment des PhĂ€nomens Living History - der konkreten Vermittlungsarbeit, wenn man so will die FortfĂŒhrung der MuseumspĂ€dagogik mit Mitteln der LH.

Zitat aus der Einladung zum 2. Waldkircher MuseumsgesprÀch: "Die QualitÀtssicherungsinitiative bezieht sich auf Museumstheater, also auf jene Formen des Geschichtstheaters
/ Living History, die zur VorfĂŒhrung in Museen gedacht und aufbereitet sind und dort aufgefĂŒhrt
werden. Die populÀren 'MittelaltermÀrkte' und das Hobby der Reenactments sind nicht gemeint und nicht
betroffen
."


Zielgruppe der Überlegungen waren also zunĂ€chst wirklich nur diejenigen, die Vermittlungsarbeit als ihre zentrale Aufgabe ansehen. An dieser Stelle kann es meiner Meinung nach kein zweierlei Maß geben, denn entscheidend ist die Botschaft, die beim Rezipienten ankommt - und die unterscheiden dabei im Zweifelsfalle nicht zwischen Wochend- und Berufsvermittler. "Ich mach das aber nur zum Spaß am Wochenende" kann hier letztendlich nicht als Entschuldigung dienen, um sich von einem Teil der Verantwortung loszusprechen und eine Sonderbehandlung einzufordern.

So denke ich ist die einzige Lösung, die Frage der QualitÀtskontrolle auf eine andere Ebene zu verlagern: weg von Gruppen und Vereinen (die stark fluktuieren) oder auch Firmen, hin zu den einzelnen Individuen. :!:

Einfach zusammengasst: Nicht die Szene in gut und schleicht scheiden, sondern den Personen - die es wollen - die Möglichkeit geben, ihre Qualifikationen in einem klarem, aussagekrÀftigem Beurteilungssystem darzustellen.

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 17. April 2009, 12:06 
Miles Gregarius
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Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
BeitrÀge: 751
Hallo,

hier das angesprochene Brainstorming zu den Kriterien.
Ich konzentriere mich auf den Fall einer Museums PrĂ€sentation bei einem Großevent mit
vielen Darstellern, da dies der Fall ist, fĂŒr den sich "die
Szene" vor allem interessiert. Als Zielgruppe nehme ich interessierte Personen
ohne vertieftes Vorwissen an.
Die Kriterien fĂŒr Veranstaltungen, die sich auf wenige Darsteller
konzentrieren, liegen höher, da diese (wahrscheinlich ?!)
einen grĂ¶ĂŸeren Einfluss auf das Geschichtsbild der Zuschauer haben. Die
AnsprĂŒche von Zielgruppen mit großem Vorwissen können eigentlich nur noch von
Darsteller erfĂŒllen die sich professionell mit dem Thema befassen, diese sollten
deutlich anspruchsvollere Kriterien erfĂŒllen.

Die Reihenfolge der Unterpunkte stellt keine Wertung dar. Alle Punkte sind nur
als Diskussionsansatz zu verstehen, ich bin mir bei einigen selber nicht klar
ob es wirklich gute, d.h. konkretisierbare, messbare Kriterien sind. Alle Punkte
sind noch nicht genĂŒgend konkret, sie mĂŒssen noch in messbare GrĂ¶ĂŸen ĂŒberfĂŒhrt
werden, wahrscheinlich ist letzteres aber nur sinnvoll fĂŒr einzelne Epochen
machbar (?).


1. Historisches Wissen
- Einordnung der Darstellung in den historischen Kontext (mindestens auf
Oberstufen-Niveau)
- FÀhigkeit zur ErlÀuterung der Details der Darstellung
- FĂ€higkeit zur ErlĂ€uterung der AusrĂŒstung
- Wissen ĂŒber und ErlĂ€uterung der "offensichtlichen Fehler" der Darstellung
- Kenntnis der wichtigsten historischen und archÀologischen PrimÀr-Quellen
auf denen die Darstellung beruht (mindestens auf Oberstufen-Niveau)
- Auf Frage des Publikums Nennung der primÀren und sekundÀren Quellen auf
denen die konkrete Darstellung beruht,
- Nennung und BegrĂŒndung von Abweichung der Darstellung von den Quellen
(Faulheit ist auch eine BegrĂŒndung - ob diese akzeptiert wird kann man dem
Publikum ĂŒberlassen, wichtig ist nur das die Antwort ehrlich die Abweichung
nennt)

2. Materielle QualitĂ€t der AusrĂŒstung
- Es werden im sichtbaren Bereich der Darstellung nur Materialien verwendet, die
historisch oder archÀologisch belegbar oder plausibilisierbar sind. Es zÀhlt
der Augenschein aus ca. 1m Abstand ohne sonstige Analysehilfsmittel.
(z.B. sind metallurgische exakte Reproduktionen schön, aber
fĂŒr den angestrebten Zweck nicht relevant, Ebenso gilt dies fĂŒr Hand-NĂ€hte
sofern man keine Detail PrÀsentation macht.)
- Die Materialien mĂŒssen zur Darstellung passen, d.h. sozial hochstehende
Personen sollen mit hochwertige Materialien ausgestattet sein, umgekehrt
können Personen die am unteren Ende der sozialen Pyramide stehen nicht
mit Materialien ausgestattet werden die in der dargestellten Epoche LuxusgĂŒter
dargestellt haben. (z.B. Seide in der Antike)
- Wenn Teile der Darstellung nicht nach historischen oder archÀologischen Quellen
ergÀnzt werden können, so sind diese ErgÀnzungen kenntlich zu machen, falls
es die Darstellung verlangt eventuell auch nur mĂŒndlich.
- Die handwerkliche QualitĂ€t der AusfĂŒhrung entspricht, dem Augenschein nach, dem
archÀologischen Original (Augenschein aus mindestens 1m Abstand, ohne
Hilfsmittel) Es geht hierbei darum zu laienhafte oder zu perfekte (!)
Darstellungen der materiellen Kultur zu verhindern. Gerade zu perfekte
Darstellungen kommen wahrscheinlich öfter vor als man vermutet.

3. Didaktik (hier bitte ich die Profis um bessere Kriterien)
- Das Thema der Darstellung entspricht dem Bildungsstand des Publikums
z.B. ist (wahrscheinlich) ein Vortrag ĂŒber unterschiedliche Webarten und
deren Verwendung in der Antike, nicht ohne besondere Anpassungen fĂŒr
GrundschĂŒler geeignet
- Der Darsteller nutzt das (mutmaßlich) vorhandene Wissen des Publikums, um
darauf aufbauend (wahrscheinlich) neues Wissen zu vermitteln.
- Der Darsteller kann ĂŒber die unmittelbare Darstellung hinausgehende Fragen
kompetent beantworten, d.h. der Darsteller weiß mehr als er prĂ€sentiert.
- Der Darsteller passt seine PrÀsentation dem aus dem Publikums Feedback zu
erschließenden Vorwissen an.
- Der Darsteller passt seine PrÀsentation der aus dem Publikums Feedback zu
erschließenden Motivation des Publikums an.
- Der Darsteller geht auf Publikumsfragen ein
- Der Darsteller geht aktiv auf offensichtlich Interessierte, aber zurĂŒckhaltende
Zuschauer zu und erklÀrt den vermuteten Gegenstand des Interesses.
- Der Darsteller kann konkrete Hinweise auf weiterfĂŒhrende Informationsquellen
geben. (z.B. BĂŒcher, Internet Seiten, etc.)
- Der Darsteller hat schriftliches Material ĂŒber die Darstellung, dass er dem
Publikum zur VerfĂŒgung stellen kann. (z.B. in Form von Handouts, Plakaten
oder Internetauftritten)

4. PrÀsentationstechniken
- Der Vortrag ist flĂŒssig
- Der Darsteller kann kleine PrĂ€sentations-Pannen durch Improvisation ĂŒberbrĂŒcken
- Der Darsteller kann zwischen seiner Person und seiner Rolle unterscheiden.
WÀhrende der PrÀsentation stellt er seine Person in den Hintergrund.
- Der Darsteller kann seinen Vortrag durch eine angemessene Gestik unterstĂŒtzen
- Der Darsteller nutzt die Gegebenheiten der Umgebung in der er auftritt, er
nutzt seine BĂŒhne



P.S.
Was noch komplett fehlt, ist die Festlegung der Metrik, mit der man die ErfĂŒllung
oder Nicht-ErfĂŒllung der einzelnen Punkte festlegen kann. Wahrscheinlich ist
das aber das eigentlichen Problem, da die Metrik letztlich ĂŒber die Höhe der
HĂŒrden entscheidet.
- Ich bin auf jeden Fall auf euer Feedback gespannt.

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 17. April 2009, 16:08 
Togatus
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Hallo,

das ist schon eine beeindruckend detailierte Liste Marcus! Ich wĂŒrde dazu einiges anmerken, doch um an dieser Stelle die kreative Energie nicht zu stören, enthalte ich mich vorerst aller inhaltlichen Kommentare und werfe stattdessen eine weitere Liste möglicher Kriterien zur Anregung in die Runde:

1. Fachwissen

1.1 ArchÀologie
1.2 Geschichte
1.3 Kontextspezifisches Wissen (z.B. zum dargestellten Handwerk usw.)


2. Materielle QualitÀt

2.1 Kleidung
2.2 AusrĂŒstung
2.3 Handwerkliche FĂ€higkeiten

3. Didaktisch-pÀdagogisches Wissen

3.1 Lerntheorien
3.2 Aufbereitung von Lernstoffen
3.3 Gestaltung von Lernprozessen
3.4 Zielgruppenspezifische Didaktik


4. Vermittlungs- und PrÀsentationstechniken

4.1 Schauspielerische FĂ€higkeiten
a) Artikulation
b) Körpersprache
c) Rollenspiel

4.2 KommunikationfÀhigkeiten
a) AusdrucksfÀhigkeit
b) Rhetorik
c) zielgruppenspezifische Ansprache

4.3 Methodenwissen Living History

Beste GrĂŒĂŸe,

Andreas

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 09:50 
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Sind wir eigentlich mit dieser Diskussion hier "öffentlich" genug? Sollten wir sie lieber auf Chronico o. Ă€. fĂŒhren? Ich halte die letzten BeitrĂ€ge von euch beiden fĂŒr zu gut, um sie hier unbemerkt zu lassen.

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VLG T.M.P./J.H.


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 11:26 
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Hmm, gute Frage. Dieser Teil des Forums ist ja öffentlich zugÀnglich, also kann ihn jeder lesen.

Die Chronico-Kommentarfunktion hat sichinzwischen zwar mehr und mehr zu einem Diskussionforum entwickelt, aber wenn die Diskussion hier begonnen wurde, dann sollte man sie auch hier belassen finde ich.

Allerdings könnte man natĂŒrlich beim entsprechenden Chronico-Artikel einen Hinweis setzen, wenn Marcel damit einverstanden ist. Ich kann ja Marcel mal fragen.

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:22 
Miles Gregarius
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Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
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Tertius Mummius hat geschrieben:
Sind wir eigentlich mit dieser Diskussion hier "öffentlich" genug? Sollten wir sie lieber auf Chronico o. Ă€. fĂŒhren? Ich halte die letzten BeitrĂ€ge von euch beiden fĂŒr zu gut, um sie hier unbemerkt zu lassen.


salve Tertius,

ich besuche Chronico nicht so hĂ€ufig, deswegen wĂŒrde ich dort wahrscheinlich gar nicht
der Diskussion folgen können. Aber wenn jemand diese Diskussion nochmal
woanders "veröffentlichen" will - nur zu es gibt kein Copyright fĂŒr diese Äußerungen.
Alternativ könnte man in Chronico natĂŒrlich einen Link hierhin veröffentlichen.

@Andreas: Deinen Vorschlag Ordnung in meine "wilde" Sammlung zu bringen finde
ich ĂŒbrigens richtig gut, mit dieser Ordnung bekommt man eine vernĂŒnftige Struktur in
die Kriterien. Ich warte noch ein bischen auf weitere Kommentare, von anderen, um an
den Kriterien weiter zu feilen. VorschlÀge oder Meinungen zu möglichen Metriken
wÀre auch sehr willkommen.

vale
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Marcus Mentellius Sermonius


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:32 
Togatus
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Nabend,

den Link bei Chronico hab ich bereits mit Zustimmung von Marcel gesetzt:

http://chronico.de/erleben/wissenschaft/0000516/kommentare/#kommentar1311

Nun nehme ich die Diskussion morgen mit zur Tagung in Freiburg, respektive Waldkirch, wo die Ideen sicherlich von Interesse sind.

Ich melde mich dann wieder und erzÀhle, wie es gelaufen ist... :eyes:

so long,

Andreas

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 22:24 
Pagani
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Ich bin schonmal sehr gespannt auf Bonn und habe mich dafĂŒr auch schon angemeldet. Vielleicht wird man dort auch etwas darĂŒber reden. ^^ :wink:

Was ich noch kritisieren und anmerken möchte sind, dass in einer QualitĂ€tskontrolle unbedingt (meines Erachtens nach) auch bei Römern und Griechen eine QualitĂ€tssicherung fĂŒr Philologie bzw. lateinische und/ oder griechische Bezeichnungen zu machen ist. Einige Reenactor kriegen nicht mal eine Trinominatur hin oder nehmen völlig seltsame Bezeichnungen fĂŒr Begriffe die oft falsch sind. Das sollte möglichst verhindert werden. Ich meine damit natĂŒrlich nicht, dass jeder Reenactor LAtinum oder Graecum haben sollte, aber solche falschen Namens- oder Vokabelnutzungen sollten unterbunden werden.

Das könnte man noch zu 1. ArchÀologie und Geschichte ergÀnzen oder unter "Altertumswissenschaften" zusammenfassen.

Außerdem könnte man noch darĂŒber diskutieren, ob nicht forciert werden sollte, dass auch zivilie Kontexte dargestellt werden mĂŒssen, die auch sehr von den meisten Gruppen vernachlĂ€ssigt werden. Sicher ist das MilitĂ€rwesen wichtig, aber auch lĂ€ngst nicht alles und es geht in erster Linie darum, eine Epoche zu rekonstruieren und nicht um etwas "Soldat spielen".

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"sed quot homines, tot sententiae; falli igitur possumus."

Cicero, De Finibus bonorum et malorum I, 5, 15

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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. April 2009, 21:08 
Miles Gregarius
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Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
BeitrÀge: 751
Lucius Rabirius hat geschrieben:
...
Außerdem könnte man noch darĂŒber diskutieren, ob nicht forciert werden sollte, dass auch zivilie Kontexte dargestellt werden mĂŒssen, die auch sehr von den meisten Gruppen vernachlĂ€ssigt werden. Sicher ist das MilitĂ€rwesen wichtig, aber auch lĂ€ngst nicht alles und es geht in erster Linie darum, eine Epoche zu rekonstruieren und nicht um etwas "Soldat spielen".


salvete

begrĂŒĂŸenswert wĂ€re ein verbreiterte PrĂ€sentation des zivilen Lebens, allerdings
sehe ich das nicht als QualitĂ€tsmerkmal an sich, wenn z.B. ein Museum fĂŒr
MilitÀrgeschichte nur Hopliten zeigen möchte, sollte es das auch können ohne sich gleich
wieder ein eigenes QualitĂ€tssystem entwickeln zu mĂŒssen. Ich wĂŒrde den
Anforderungskatalog generisch halten, Forderungen nach bestimmten PrÀsentationen
mĂŒssen dann vom Kunden d.h. den Museen kommen und sie können
- mĂŒssen aber nicht - von den Anbietern d.h. den Gruppen, nach ihrem Geschmack
aufgenommen werden. Die Museen können ja schlieslich unter verschiedenen Anbietern
auswÀhlen.

valete

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Marcus Mentellius Sermonius


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 Betreff des Beitrags: Re: QualitĂ€tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 10:56 
Pagani
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Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 00:06
BeitrÀge: 416
Wohnort: vicus bonnensis
Hatte ich mir auch ĂŒberlegt und vielleicht wĂ€re es "zu krass", eine Reenactmentgruppe zu zwingen, zivile Inhalte zu zeigen.

Was ich nur sehe, oder was ich nicht so schön finde, ist, dass viele Leute im Reenactmentbereich ausschließlich MilitĂ€r darstellen und ĂŒberhaupt nichts ziviles, was gerade im antiken Bereich sehr schade ist. Meines Erachtens nach soll Reenactment nicht nur einen Bereich, sondern möglichst die gesamte darzustellende Epoche museal und didaktisch veranschaulichen. Deswegen halte ich es fĂŒr geboten, irgendwie noch Gruppen dazu zu bringen, sich verstĂ€rkt auch mit zivilen Kontexten auseinanderzusetzen. Wie es genau geschehen kann/ soll, weiß ich leider nicht im Ansatz.

Ich hoffe, jeder versteht was ich meine. Ich will btw auch keine Leute an den Karren fahren, die nur Soldaten darstellen (was wohl die meisten sind), ich will nur verhindern, dass zivile Bereiche völlig aussterben oder vernachlÀsigt werden.

Vielleicht hat ja jemand weiterhelfende Ideen oder Meinungen dazu?

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Cicero, De Finibus bonorum et malorum I, 5, 15

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