Alle Zeiten sind UTC + 2 Stunden




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 50 Beitr√§ge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  N√§chste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 17:56 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Tertius Mummius hat geschrieben:
Marcus Mentellius hat geschrieben:
salvete

die Kriterienfelder von Prof. Hohlbruck ...


Hochbruck.
:mauer:



:oops: :oops: :oops:

sorry

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 18:28 
Togatus
Togatus
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 12:44
Beiträge: 76
Wohnort: Aachen
Beim Stichwort Aachener Erkl√§rung f√§llt mir ein konkretes Parameter ein, das in der letzten Zeit eine gewisse traurige Ber√ľhmtheit erlangt: Ist der Darsteller f√§hig, seine eigenen √úberzeugungen von der Darstellung zu trennen? Und wie macht man das dem Publikum dann klar?

Ein Kreuzritter-Darsteller schrieb mir dazu eine sehr nachdenkliche Email, denn er sah sich deutlich mit dem Problem konfrontiert, in der Rolle des Kreuzritters ein Welt- und Menschenbild zu vermitteln, das so gar nicht mit seinen eigenen oder den heute √ľblichen ethnischen Grunds√§tzen konform geht, doch wollte er es auch nicht unterschlagen, weil das auch einer Verf√§lschung gleichk√§me.

Er hatte diese Probleme, welche sich bei der Darstellung alter Kulturen immer stellen, deutlich erkannt - viele andere leider noch nicht. Es gibt zum Beispiel gen√ľgend Hobby-Leute, die Geschichtsdarstellung mit ihrer spirituelle Sinnsuche vermengen. Ein krasses Beispiel (in einem Museum!) aus j√ľngster Zeit: http://www.saarbrueckerzeitung2.de/geonews/show.phtml?nID=GMB26BOF0.1

Was ich meine ist das Prinzip des kulturellen Relativismus im urspr√ľnglichen, anthropologischen Sinne, also als Prinzip der wissenschaflichen Forschung und Darstellung (nicht im erweiterten Begriff, der gerne mal mit der Frage der universellen Menschenrechte kollidiert). Dieses Kriterium w√ľrde ich dem Punkt 1: Fachwissen zuordnen, auch wenn es da zun√§chst etwas fremd erscheint, geh√∂rt es doch zur Interpretation eines historischen Sachverhalts dazu, seine eigenen Vorstellungen z.B. relig√∂ser Natur bei der Beschreibung und Einordnung (soweit es im Rahmen der menschlichen Natur m√∂glich ist) au√üen vor zu lassen.

_________________
Heritage Interpreter und Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 08:28 
Interessiert
Interessiert
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Sonntag 24. Juni 2007, 15:49
Beiträge: 143
Wohnort: Vindobona
Andreas hat geschrieben:
... Problem konfrontiert, in der Rolle ... ein Welt- und Menschenbild zu vermitteln, das so gar nicht mit seinen eigenen oder den heute √ľblichen ethnischen Grunds√§tzen konform geht, doch wollte er es auch nicht unterschlagen, weil das auch einer Verf√§lschung gleichk√§me.
genau dieses Problem sollte eigentlich jeder haben
... Ein krasses Beispiel (in einem Museum!) aus j√ľngster Zeit: http://www.saarbrueckerzeitung2.de/geonews/show.phtml?nID=GMB26BOF0.1
bei uns heissen solche Leute "Eso-Kelten, mit denen wollen wir nichts zu tun haben :mauer: ... wenn sich ein Museum solche Leute eintritt kann ihm nicht mehr geholfen werden :x
... gehört es doch zur Interpretation eines historischen Sachverhalts dazu, seine eigenen Vorstellungen ... bei der Beschreibung und Einordnung ... außen vor zu lassen.
so sollte es sein


Was viell. noch ber√ľcksichtigt werden sollte: "interoperabilit√§t" zwischen Gruppen.
Immerhin ist die "Szene" ganz schön zersplittert (seit 1990).

Falls ein "Veranstalter" eine grosse "Ansammlung von Darstellern" w√ľnscht (z.B. Kalkriese?) sollten die auch "miteinander k√∂nnen".

_________________
>>>wer hier Schreibfehler findet darf diese behalten und auch selbst verwenden<<<


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 15:23 
Schreiber
Schreiber
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Sonntag 16. Dezember 2007, 22:06
Beiträge: 353
Wohnort: Stockerau
Darstellung: Roemer
Habe mir jetzt die Posts durchgelesen und finde die Idee ansich nicht unbedingt schlecht.
W√§re auch ein Ansporn f√ľr viele sich in ihrer Darstellung zu verbessern.
Nur wer sollte entscheiden sagen wir mal wer gut ist,wer Qualitativ arbeitet und eine art G√ľtesiegel verdient hat?
Ich Glaube solch ein Gremium sollte nicht nur aus Archeologen bestehen sondern auch aus Vertretern div. Darstellender Vereine/Gruppen.
Auch m√ľsste man f√ľr jede Zeitepoche usw Spezialisten sitzen haben.Da ein zb. Darsteller aus dem Sp√§tmittelalter wohl kaum ahnung von R√∂mern oder Germanen haben wird.
Auch darf man dann nicht mit dem Finger auf diejenigen zeigen die sich der Qualitätskontrolle nicht unterziehen möchten,auch wenn sie vielleicht in ihrer Darstellung usw Top sind.
Aus meiner sicht aus der eines Menschen der Living History als Hobby betreibt und nicht als Beruf sehe ich da auch einige schwierigkeiten Geschichtsvermittlung als Beruf und Geschichtsvermittlung als Hobby unter einem Kontrollorgan zu vereinen.
Aber gut diese Thematik wurde ja schon angesprochen.

_________________
Der Macht muß der Mann,wenn er klug ist,
Sich mit bedacht bedienen,
Denn bald wird er finden,wenn er sich Feinde macht,
Das dem Starken ein Stärkerer lebt.


http://www.gentes-danubii.at
http://www.hetairoi.de


Zuletzt geändert von renatus am Freitag 10. April 2009, 15:53, insgesamt 2-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 15:23 
Schreiber
Schreiber
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Sonntag 16. Dezember 2007, 22:06
Beiträge: 353
Wohnort: Stockerau
Darstellung: Roemer
Achja,und anders als mein lieber Centurio bin ich schon der meinung das ein Paar Gruppen in √Ėsterreich einer Qualit√§tskontrolle standhalten w√ľrden.
Laufen ja nicht nur Elfen bei uns herum :lol:

_________________
Der Macht muß der Mann,wenn er klug ist,
Sich mit bedacht bedienen,
Denn bald wird er finden,wenn er sich Feinde macht,
Das dem Starken ein Stärkerer lebt.


http://www.gentes-danubii.at
http://www.hetairoi.de


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Grundsatzfrage
BeitragVerfasst: Freitag 10. April 2009, 17:51 
Togatus
Togatus
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 12:44
Beiträge: 76
Wohnort: Aachen
"... Geschichtsvermittlung als Beruf und Geschichtsvermittlung als Hobby unter einem Kontrollorgan zu vereinen."

Zwar f√ľhrt dieser Gedanke von der gerade begonnen Ideensammlung f√ľr konkrete Parameter weg, doch scheint mir dieser Punkt ausgesprochen wichtig f√ľr die Zielrichtung der ganzen Diskussion.

Seitdem Wolfgang Hochbruck mit seinem Artikel bei chronico.de an die √Ėffentlichkeit ging, wird die Debatte in der Szene - und so nun auch hier - in erster Linie auf der Ebene der (Hobby-) Gruppen und Vereine gef√ľhrt, so als ob Prof. Hochbruck einen Plan vorgelegt h√§tte, das Hobby "Reenactment/Living History" einem einzigem Kontrollorgan zu unterwerfen.

(Dies mag zum Teil daran liegen, dass die deutsche Szene den Begriff LH fast auschließlich auf sich selbst anwendet, obwohl er im amerikanischen Sprachgebrauch auch noch andere Dinge einschließt, nämlich museumspädagogische Arbeit in Museen und manchmal sogar die experimentelle Archäologie)

Doch wenn ich mich recht an unsere Gespr√§che in Kiekeberg erinnere, so war diese allumfassende Kontrolle der Hobbyszene gar nicht seine Absicht! Tats√§chlich ging es ihm um ein spezielles Teilsegment des Ph√§nomens Living History - der konkreten Vermittlungsarbeit, wenn man so will die Fortf√ľhrung der Museumsp√§dagogik mit Mitteln der LH.

Zitat aus der Einladung zum 2. Waldkircher Museumsgespräch: "Die Qualitätssicherungsinitiative bezieht sich auf Museumstheater, also auf jene Formen des Geschichtstheaters
/ Living History, die zur Vorf√ľhrung in Museen gedacht und aufbereitet sind und dort aufgef√ľhrt
werden. Die populären 'Mittelaltermärkte' und das Hobby der Reenactments sind nicht gemeint und nicht
betroffen
."


Zielgruppe der Überlegungen waren also zunächst wirklich nur diejenigen, die Vermittlungsarbeit als ihre zentrale Aufgabe ansehen. An dieser Stelle kann es meiner Meinung nach kein zweierlei Maß geben, denn entscheidend ist die Botschaft, die beim Rezipienten ankommt - und die unterscheiden dabei im Zweifelsfalle nicht zwischen Wochend- und Berufsvermittler. "Ich mach das aber nur zum Spaß am Wochenende" kann hier letztendlich nicht als Entschuldigung dienen, um sich von einem Teil der Verantwortung loszusprechen und eine Sonderbehandlung einzufordern.

So denke ich ist die einzige Lösung, die Frage der Qualitätskontrolle auf eine andere Ebene zu verlagern: weg von Gruppen und Vereinen (die stark fluktuieren) oder auch Firmen, hin zu den einzelnen Individuen. :!:

Einfach zusammengasst: Nicht die Szene in gut und schleicht scheiden, sondern den Personen - die es wollen - die Möglichkeit geben, ihre Qualifikationen in einem klarem, aussagekräftigem Beurteilungssystem darzustellen.

_________________
Heritage Interpreter und Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 17. April 2009, 12:06 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Hallo,

hier das angesprochene Brainstorming zu den Kriterien.
Ich konzentriere mich auf den Fall einer Museums Präsentation bei einem Großevent mit
vielen Darstellern, da dies der Fall ist, f√ľr den sich "die
Szene" vor allem interessiert. Als Zielgruppe nehme ich interessierte Personen
ohne vertieftes Vorwissen an.
Die Kriterien f√ľr Veranstaltungen, die sich auf wenige Darsteller
konzentrieren, liegen höher, da diese (wahrscheinlich ?!)
einen größeren Einfluss auf das Geschichtsbild der Zuschauer haben. Die
Anspr√ľche von Zielgruppen mit gro√üem Vorwissen k√∂nnen eigentlich nur noch von
Darsteller erf√ľllen die sich professionell mit dem Thema befassen, diese sollten
deutlich anspruchsvollere Kriterien erf√ľllen.

Die Reihenfolge der Unterpunkte stellt keine Wertung dar. Alle Punkte sind nur
als Diskussionsansatz zu verstehen, ich bin mir bei einigen selber nicht klar
ob es wirklich gute, d.h. konkretisierbare, messbare Kriterien sind. Alle Punkte
sind noch nicht gen√ľgend konkret, sie m√ľssen noch in messbare Gr√∂√üen √ľberf√ľhrt
werden, wahrscheinlich ist letzteres aber nur sinnvoll f√ľr einzelne Epochen
machbar (?).


1. Historisches Wissen
- Einordnung der Darstellung in den historischen Kontext (mindestens auf
Oberstufen-Niveau)
- Fähigkeit zur Erläuterung der Details der Darstellung
- F√§higkeit zur Erl√§uterung der Ausr√ľstung
- Wissen √ľber und Erl√§uterung der "offensichtlichen Fehler" der Darstellung
- Kenntnis der wichtigsten historischen und archäologischen Primär-Quellen
auf denen die Darstellung beruht (mindestens auf Oberstufen-Niveau)
- Auf Frage des Publikums Nennung der primären und sekundären Quellen auf
denen die konkrete Darstellung beruht,
- Nennung und Begr√ľndung von Abweichung der Darstellung von den Quellen
(Faulheit ist auch eine Begr√ľndung - ob diese akzeptiert wird kann man dem
Publikum √ľberlassen, wichtig ist nur das die Antwort ehrlich die Abweichung
nennt)

2. Materielle Qualit√§t der Ausr√ľstung
- Es werden im sichtbaren Bereich der Darstellung nur Materialien verwendet, die
historisch oder archäologisch belegbar oder plausibilisierbar sind. Es zählt
der Augenschein aus ca. 1m Abstand ohne sonstige Analysehilfsmittel.
(z.B. sind metallurgische exakte Reproduktionen schön, aber
f√ľr den angestrebten Zweck nicht relevant, Ebenso gilt dies f√ľr Hand-N√§hte
sofern man keine Detail Präsentation macht.)
- Die Materialien m√ľssen zur Darstellung passen, d.h. sozial hochstehende
Personen sollen mit hochwertige Materialien ausgestattet sein, umgekehrt
können Personen die am unteren Ende der sozialen Pyramide stehen nicht
mit Materialien ausgestattet werden die in der dargestellten Epoche Luxusg√ľter
dargestellt haben. (z.B. Seide in der Antike)
- Wenn Teile der Darstellung nicht nach historischen oder archäologischen Quellen
ergänzt werden können, so sind diese Ergänzungen kenntlich zu machen, falls
es die Darstellung verlangt eventuell auch nur m√ľndlich.
- Die handwerkliche Qualit√§t der Ausf√ľhrung entspricht, dem Augenschein nach, dem
archäologischen Original (Augenschein aus mindestens 1m Abstand, ohne
Hilfsmittel) Es geht hierbei darum zu laienhafte oder zu perfekte (!)
Darstellungen der materiellen Kultur zu verhindern. Gerade zu perfekte
Darstellungen kommen wahrscheinlich öfter vor als man vermutet.

3. Didaktik (hier bitte ich die Profis um bessere Kriterien)
- Das Thema der Darstellung entspricht dem Bildungsstand des Publikums
z.B. ist (wahrscheinlich) ein Vortrag √ľber unterschiedliche Webarten und
deren Verwendung in der Antike, nicht ohne besondere Anpassungen f√ľr
Grundsch√ľler geeignet
- Der Darsteller nutzt das (mutmaßlich) vorhandene Wissen des Publikums, um
darauf aufbauend (wahrscheinlich) neues Wissen zu vermitteln.
- Der Darsteller kann √ľber die unmittelbare Darstellung hinausgehende Fragen
kompetent beantworten, d.h. der Darsteller weiß mehr als er präsentiert.
- Der Darsteller passt seine Präsentation dem aus dem Publikums Feedback zu
erschließenden Vorwissen an.
- Der Darsteller passt seine Präsentation der aus dem Publikums Feedback zu
erschließenden Motivation des Publikums an.
- Der Darsteller geht auf Publikumsfragen ein
- Der Darsteller geht aktiv auf offensichtlich Interessierte, aber zur√ľckhaltende
Zuschauer zu und erklärt den vermuteten Gegenstand des Interesses.
- Der Darsteller kann konkrete Hinweise auf weiterf√ľhrende Informationsquellen
geben. (z.B. B√ľcher, Internet Seiten, etc.)
- Der Darsteller hat schriftliches Material √ľber die Darstellung, dass er dem
Publikum zur Verf√ľgung stellen kann. (z.B. in Form von Handouts, Plakaten
oder Internetauftritten)

4. Präsentationstechniken
- Der Vortrag ist fl√ľssig
- Der Darsteller kann kleine Pr√§sentations-Pannen durch Improvisation √ľberbr√ľcken
- Der Darsteller kann zwischen seiner Person und seiner Rolle unterscheiden.
Währende der Präsentation stellt er seine Person in den Hintergrund.
- Der Darsteller kann seinen Vortrag durch eine angemessene Gestik unterst√ľtzen
- Der Darsteller nutzt die Gegebenheiten der Umgebung in der er auftritt, er
nutzt seine B√ľhne



P.S.
Was noch komplett fehlt, ist die Festlegung der Metrik, mit der man die Erf√ľllung
oder Nicht-Erf√ľllung der einzelnen Punkte festlegen kann. Wahrscheinlich ist
das aber das eigentlichen Problem, da die Metrik letztlich √ľber die H√∂he der
H√ľrden entscheidet.
- Ich bin auf jeden Fall auf euer Feedback gespannt.

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 17. April 2009, 16:08 
Togatus
Togatus
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 12:44
Beiträge: 76
Wohnort: Aachen
Hallo,

das ist schon eine beeindruckend detailierte Liste Marcus! Ich w√ľrde dazu einiges anmerken, doch um an dieser Stelle die kreative Energie nicht zu st√∂ren, enthalte ich mich vorerst aller inhaltlichen Kommentare und werfe stattdessen eine weitere Liste m√∂glicher Kriterien zur Anregung in die Runde:

1. Fachwissen

1.1 Archäologie
1.2 Geschichte
1.3 Kontextspezifisches Wissen (z.B. zum dargestellten Handwerk usw.)


2. Materielle Qualität

2.1 Kleidung
2.2 Ausr√ľstung
2.3 Handwerkliche Fähigkeiten

3. Didaktisch-pädagogisches Wissen

3.1 Lerntheorien
3.2 Aufbereitung von Lernstoffen
3.3 Gestaltung von Lernprozessen
3.4 Zielgruppenspezifische Didaktik


4. Vermittlungs- und Präsentationstechniken

4.1 Schauspielerische Fähigkeiten
a) Artikulation
b) Körpersprache
c) Rollenspiel

4.2 Kommunikationfähigkeiten
a) Ausdrucksfähigkeit
b) Rhetorik
c) zielgruppenspezifische Ansprache

4.3 Methodenwissen Living History

Beste Gr√ľ√üe,

Andreas

_________________
Heritage Interpreter und Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 09:50 
Philosoph
Philosoph
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Mittwoch 10. Januar 2007, 15:16
Beiträge: 2021
Wohnort: Köln
Darstellung: Pictor
Sind wir eigentlich mit dieser Diskussion hier "√∂ffentlich" genug? Sollten wir sie lieber auf Chronico o. √§. f√ľhren? Ich halte die letzten Beitr√§ge von euch beiden f√ľr zu gut, um sie hier unbemerkt zu lassen.

_________________
VLG T.M.P./J.H.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Montag 20. April 2009, 11:26 
Togatus
Togatus
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 12:44
Beiträge: 76
Wohnort: Aachen
Hmm, gute Frage. Dieser Teil des Forums ist ja öffentlich zugänglich, also kann ihn jeder lesen.

Die Chronico-Kommentarfunktion hat sichinzwischen zwar mehr und mehr zu einem Diskussionforum entwickelt, aber wenn die Diskussion hier begonnen wurde, dann sollte man sie auch hier belassen finde ich.

Allerdings k√∂nnte man nat√ľrlich beim entsprechenden Chronico-Artikel einen Hinweis setzen, wenn Marcel damit einverstanden ist. Ich kann ja Marcel mal fragen.

_________________
Heritage Interpreter und Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:22 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Tertius Mummius hat geschrieben:
Sind wir eigentlich mit dieser Diskussion hier "√∂ffentlich" genug? Sollten wir sie lieber auf Chronico o. √§. f√ľhren? Ich halte die letzten Beitr√§ge von euch beiden f√ľr zu gut, um sie hier unbemerkt zu lassen.


salve Tertius,

ich besuche Chronico nicht so h√§ufig, deswegen w√ľrde ich dort wahrscheinlich gar nicht
der Diskussion folgen können. Aber wenn jemand diese Diskussion nochmal
woanders "ver√∂ffentlichen" will - nur zu es gibt kein Copyright f√ľr diese √Ąu√üerungen.
Alternativ k√∂nnte man in Chronico nat√ľrlich einen Link hierhin ver√∂ffentlichen.

@Andreas: Deinen Vorschlag Ordnung in meine "wilde" Sammlung zu bringen finde
ich √ľbrigens richtig gut, mit dieser Ordnung bekommt man eine vern√ľnftige Struktur in
die Kriterien. Ich warte noch ein bischen auf weitere Kommentare, von anderen, um an
den Kriterien weiter zu feilen. Vorschläge oder Meinungen zu möglichen Metriken
wäre auch sehr willkommen.

vale
Sermonius

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 21:32 
Togatus
Togatus
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Dienstag 10. Januar 2006, 12:44
Beiträge: 76
Wohnort: Aachen
Nabend,

den Link bei Chronico hab ich bereits mit Zustimmung von Marcel gesetzt:

http://chronico.de/erleben/wissenschaft/0000516/kommentare/#kommentar1311

Nun nehme ich die Diskussion morgen mit zur Tagung in Freiburg, respektive Waldkirch, wo die Ideen sicherlich von Interesse sind.

Ich melde mich dann wieder und erzähle, wie es gelaufen ist... :eyes:

so long,

Andreas

_________________
Heritage Interpreter und Autor


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Mittwoch 22. April 2009, 22:24 
Pagani
Pagani
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 00:06
Beiträge: 416
Wohnort: vicus bonnensis
Ich bin schonmal sehr gespannt auf Bonn und habe mich daf√ľr auch schon angemeldet. Vielleicht wird man dort auch etwas dar√ľber reden. ^^ :wink:

Was ich noch kritisieren und anmerken m√∂chte sind, dass in einer Qualit√§tskontrolle unbedingt (meines Erachtens nach) auch bei R√∂mern und Griechen eine Qualit√§tssicherung f√ľr Philologie bzw. lateinische und/ oder griechische Bezeichnungen zu machen ist. Einige Reenactor kriegen nicht mal eine Trinominatur hin oder nehmen v√∂llig seltsame Bezeichnungen f√ľr Begriffe die oft falsch sind. Das sollte m√∂glichst verhindert werden. Ich meine damit nat√ľrlich nicht, dass jeder Reenactor LAtinum oder Graecum haben sollte, aber solche falschen Namens- oder Vokabelnutzungen sollten unterbunden werden.

Das könnte man noch zu 1. Archäologie und Geschichte ergänzen oder unter "Altertumswissenschaften" zusammenfassen.

Au√üerdem k√∂nnte man noch dar√ľber diskutieren, ob nicht forciert werden sollte, dass auch zivilie Kontexte dargestellt werden m√ľssen, die auch sehr von den meisten Gruppen vernachl√§ssigt werden. Sicher ist das Milit√§rwesen wichtig, aber auch l√§ngst nicht alles und es geht in erster Linie darum, eine Epoche zu rekonstruieren und nicht um etwas "Soldat spielen".

_________________
"sed quot homines, tot sententiae; falli igitur possumus."

Cicero, De Finibus bonorum et malorum I, 5, 15

------------------------
Robinson
alias Lucius Rabirius Crito
alias Lykios Polystratou


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Donnerstag 23. April 2009, 21:08 
Miles Gregarius
Miles Gregarius
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Samstag 10. September 2005, 11:57
Beiträge: 751
Lucius Rabirius hat geschrieben:
...
Au√üerdem k√∂nnte man noch dar√ľber diskutieren, ob nicht forciert werden sollte, dass auch zivilie Kontexte dargestellt werden m√ľssen, die auch sehr von den meisten Gruppen vernachl√§ssigt werden. Sicher ist das Milit√§rwesen wichtig, aber auch l√§ngst nicht alles und es geht in erster Linie darum, eine Epoche zu rekonstruieren und nicht um etwas "Soldat spielen".


salvete

begr√ľ√üenswert w√§re ein verbreiterte Pr√§sentation des zivilen Lebens, allerdings
sehe ich das nicht als Qualit√§tsmerkmal an sich, wenn z.B. ein Museum f√ľr
Militärgeschichte nur Hopliten zeigen möchte, sollte es das auch können ohne sich gleich
wieder ein eigenes Qualit√§tssystem entwickeln zu m√ľssen. Ich w√ľrde den
Anforderungskatalog generisch halten, Forderungen nach bestimmten Präsentationen
m√ľssen dann vom Kunden d.h. den Museen kommen und sie k√∂nnen
- m√ľssen aber nicht - von den Anbietern d.h. den Gruppen, nach ihrem Geschmack
aufgenommen werden. Die Museen können ja schlieslich unter verschiedenen Anbietern
auswählen.

valete

_________________
Marcus Mentellius Sermonius


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Qualit√§tskontrolle
BeitragVerfasst: Freitag 24. April 2009, 10:56 
Pagani
Pagani
Benutzeravatar
Offline

Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 00:06
Beiträge: 416
Wohnort: vicus bonnensis
Hatte ich mir auch √ľberlegt und vielleicht w√§re es "zu krass", eine Reenactmentgruppe zu zwingen, zivile Inhalte zu zeigen.

Was ich nur sehe, oder was ich nicht so sch√∂n finde, ist, dass viele Leute im Reenactmentbereich ausschlie√ülich Milit√§r darstellen und √ľberhaupt nichts ziviles, was gerade im antiken Bereich sehr schade ist. Meines Erachtens nach soll Reenactment nicht nur einen Bereich, sondern m√∂glichst die gesamte darzustellende Epoche museal und didaktisch veranschaulichen. Deswegen halte ich es f√ľr geboten, irgendwie noch Gruppen dazu zu bringen, sich verst√§rkt auch mit zivilen Kontexten auseinanderzusetzen. Wie es genau geschehen kann/ soll, wei√ü ich leider nicht im Ansatz.

Ich hoffe, jeder versteht was ich meine. Ich will btw auch keine Leute an den Karren fahren, die nur Soldaten darstellen (was wohl die meisten sind), ich will nur verhindern, dass zivile Bereiche völlig aussterben oder vernachläsigt werden.

Vielleicht hat ja jemand weiterhelfende Ideen oder Meinungen dazu?

_________________
"sed quot homines, tot sententiae; falli igitur possumus."

Cicero, De Finibus bonorum et malorum I, 5, 15

------------------------
Robinson
alias Lucius Rabirius Crito
alias Lykios Polystratou


Nach oben
 Profil  
 
Beitr√§ge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 50 Beitr√§ge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4  N√§chste

Alle Zeiten sind UTC + 2 Stunden


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group

Template by L.J√ľngel - Forum Romanumque - Flavii e.V. 2012
Deutsche √úbersetzung durch phpBB.de