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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Samstag 21. August 2010, 15:35 
Pagani
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Salve Lucii,

ich bin per Fernleihe deutschlandweit in den Uni-Biblio®s unterwegs, heut hab ich wieder vier BĂŒcher geordert.

Bei den Germanen gab es Webbrettchen, aber zu den Römern finde ich nix, null, niente.
Bei den Kelten lief der Webkamm auch unter "Gitterwebe", wenn ich es richtig mitbekommen hab.
Oh Mann, mir schwirrt der Kopf. :oops:

Vale,
Iulia

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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Samstag 21. August 2010, 22:05 
Hetairoi
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Iulia hat geschrieben:
Salvete omnes,

nur eine einzige Frage noch, bevor ich Trennstab + Litzenstab und Webkamm in die Tonne trete: gibt es einen einzigen bezeugenden FUND ĂŒber Brettchenborte im 1. Jhd. nach Christus bei den Römern?

Umso mehr ich recherchiere (in den BĂŒchereiein der Umgebung sagen sie inzwischen "du" zu mir...), desto verworrener wird das Ganze.
Fakt ist, dass nach meinen Erkenntnissen nicht mal die Randbrettchen beim Tuchweben fĂŒr diese Zeit durch Funde belegt sind.

Ich bitte um Hilfe.
Dankeschön im voraus,
Iulia


Wie schon einige BeitrĂ€ge VortrĂ€ge vorher geschrieben ein klares NEIN! Aber es gibt auch keinen anderen Nachweis ĂŒber gewebte Borten!
LG Thana

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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Sonntag 22. August 2010, 09:40 
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Ohhh, mal wieder einer der alle Funde kennt, was soll ich da noch sagen?
Wahrscheinlich haben die Römer die Brettchen und WebkÀmme von den Germanen nur wie Sammelkarten gesammelt ;-))

Ich dachte mir schon dass es ein Fehler ist hier mal wieder in das Forum zu schauen, bye

Vale
Lucius

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Lucius Fabius Anthius
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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Sonntag 22. August 2010, 09:46 
Pagani
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Salve Lucii,

oh weh - jetzt hab ich Dich verÀrgert.
Bitte entschuldige, das wollte ich nicht!! :oops:

Nimm es mir nicht ĂŒbel, wenn ich mit meiner Fragerei nerve... ich möchte eben nicht noch mehr Energie in Techniken stecken, die letztendlich gegen den Baum fĂŒhren.
Ich hab mir auch schon gedacht, ob die Römer nicht die Kenntnisse der anderen Kulturen ĂŒbernommen haben - ich halte das fĂŒr sehr wahrscheinlich, denn nix ging ihnen ja damals ĂŒber ihr Outfit.

Vale,
Iulia

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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Sonntag 22. August 2010, 14:38 
Hetairoi
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Ich habe nicht geschrieben, das Römer Borten nicht benutzt haben, nur das es keine Funde bei römischer Kleidung gibt!NatĂŒrlich heißt das nicht, dass Römer dies nicht aus den Provinzen ĂŒbernommen haben, dies ist meiner Meinung nach sicherlich denkbar, aber es gibt bis jetzt keine Funde davon. Wohl gibt es einzelne Funde von Brettchen, aber nur als EinzelstĂŒcke mit Mittelloch, von denen die wissentschaftliche Forschung heute ausgeht, das sie zum Schnur-bzw Seilmachen dienten! Und nein ich kenne bestimmt nicht alle Funde!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Montag 23. August 2010, 08:21 
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Bei den Römern wurden Brettchenborten als Anfang und Abschluss eines gewebten Tuches durchaus gebraucht. So entstand eine Webkante mit hĂŒbschem Muster. MĂŒsste mal nachschauen, wo ich diese Info her habe. Und Augst steht vor der TĂŒre, ich habe also momentan viel zu tun.

Bei den GĂŒrteln ist es ein absolutes könnte. Abgesehen von den gefundenen GĂŒrtel in den Provinzen Panonnien sowie Raetien nahe des Limes, ebenso die Funde aus der Neuheimer Gruppe. Es gibt jedoch Funde von vierfach gewebten Kordeln (ich stelle das einfach mit Kumihimo her, braucht nicht zwei Personen wie mit der hĂ€ngenden Methode), aber auch hier ist offen, da wie schon gesagt, die Darstellungen selten klar sind da meist eine Bauschung ĂŒber dem GĂŒrtel war. Es machte also keinen Sinn, hĂŒbsche BĂ€nder herzustellen, die sah man ja nicht. Auch bei der SchnĂŒrung konnten eigentlich nur Kordeln oder die schönen teuren Schmuckbrustketten Anwendung finden, die breiten Borten waren da nicht tragbar.
Bei textilen Fragen ist halt oft ein "So hÀtte es sein können*


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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Montag 23. August 2010, 09:36 
Pagani
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Salvete omnes,

gestern war Sonntag und ich hatte Zeit - also hab ich mal zwei Anfangskanten fĂŒr Tuch gewebt: eine mit Litzenstab und eine mit Brettchen, beide gleiche Fadenzahl und gleiches Material.
Dann die Frage an meine (unvoreingenommene) Familie: "Was hÀttet ihr lieber am Hals?"
Antwort: viermal der Fingerzeig auf die Litzenborte.
Die ist viel weicher, anschmiegsamer und auch so dĂŒnn wie das angewebte Tuch.

Um diese Weichheit bei einer Brettchenborte hinzubekommen, darf man keinesfalls fest anschlagen, aber damit werden es auch weniger KettfÀden, die man einlegen kann.

Was ich noch nicht verstehe: Wie kann man eine Borte am Ende des Tuches einweben?? Werden die KettfĂ€den dann auch in die WebfĂ€cher eingelegt und an der Seite der Borte verknotet? *grĂŒbel*

Valete,
Iulia

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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Montag 23. August 2010, 15:51 
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Hej Julia,

erstmal zu deiner letzten Frage :

die KettfĂ€den deines fertigen Stoffes legst du in das Fach deiner Borte. Das geht sowohl bei Brettchenborte als bei bei Borten mit dem Gatterkamm.Je nach dem wie die Dichte des Stoffes ist , legst du ein oder mehrere KettfĂ€den ein , die damit zu SchĂŒssen deiner Abschlussborte werden.
Eine Bekannte hat als "Sicherung" noch feines Leinengarn unsichtbar mit eingewebt.
Du kannst dann noch an der unteren Kante Knoten machen , wenn du das GefĂŒhl hast, dass die Borte nicht hĂ€lt.

Zum Weben kannst du die Kette auch zwischen zwei Schraubzwingen , die auf einem Tisch befestigt sind spannen. Dann kann das schwere Tuch bequem liegen bleiben, wÀhrend du arbeitest.

Deine Gatterkammborten sind wunderhĂŒbsch !Wow !
( Bitte keine WebgerĂ€te in die Tonne treten !!! :shock: wer weiß was noch alles gefunden wird !!! )

Kammgewebte Borten haben durchaus saubere Seitenkanten, das ist mehr eine Frage der Übung als der Webtechnik.

Was die Musterbildung mit dem Gatterkamm angeht, muss ich Julia recht geben. Die MusterfĂ€den können sowohl bei der Schwedentechnik als auch bei der Lanziertechnik frei gebunden werden , man muss halt drauf achten , dass sie nicht ĂŒber mehr als 1 cm Gewebe flottieren.
Mit diesen MusterfÀden sind z B die floralen Muster möglich.
( ich schreibe das hier nur ĂŒber die technischen Möglichkeiten !!!! nicht ĂŒber die archĂ€olog. Nachweise .)

In meinem heiligen Schlabow sind zumindest sowohl Brettchenkanten als auch Litzen / Gatterkammgewebte Anfangskanten möglich . Ist in dem Fall halt germanisch und nicht römisch.
Zumindest braucht man bei feinem Garn eine einigermaßen stabile Anfangskante zum Anweben. WĂ€re es theoretisch nicht möglich , dass man dann die Kante vor der Weiterverarbeitung einfach abgeschnitten hat ?

Viele GrĂŒĂŸe noch

Alauda


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 Betreff des Beitrags: Re: gewebte GĂŒrtel / Foto
BeitragVerfasst: Freitag 20. Juli 2012, 01:32 
Neuling
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Darstellung: HA D3,S Lt, august.
Jupp hat geschrieben:
Auf welchen Befunden basieren denn die BĂ€nder/Muster/Techniken?
Das wĂŒrde helfen die BĂ€ndchen besser zuordnen zu können. :wink:


Hallo Julia,
ich habe deine BeitrÀge da schon gelesen (bin erst seit gestern da registriert).
Ich bin vor allem noch ein keltischer Darsteller und wenn ich es Dir melden darf: wenn man fĂŒr die Textilen-Vorlagen gar nix findet, schaut man nach den Mustern und anderen Verzierungen aus einer bestimmter Region und Zeit zB. auf die Keramik. Es ist natĂŒrlich nicht "A" aber trotzdem passt es in den historischen Konteqst. Ich mache vor allem Lt D und bis ich dafĂŒr as Gallien an den mĂ€nnlichen Statuen nicht die Tunika Verzierungen gefunden habe, haben wir viele gedacht, die Bekleidung war in Lt D unverziert bzw. nach einigen Moorfunde nur sehr einfach aus einfachen dĂŒnnen BĂ€nden verziert. Dann habe ich die Vorlagen aus der Keramik genommen (einheimisch da aus Slowenien) bis ich nicht die Statuen aus Gallien gefunden habe.

Ich finde Deine BÀnde schön und wollte Dir damit einen Hinweis geben, wie es wir machen.

Zitat:
"Was ich noch nicht verstehe: Wie kann man eine Borte am Ende des Tuches einweben?? Werden die KettfĂ€den dann auch in die WebfĂ€cher eingelegt und an der Seite der Borte verknotet? *grĂŒbel*"

Hast Du mittlerweille schon Erfahrungen, wie es man macht?
Es ist gar nix kompliziert, ich habe es selber "erfinden" nach meiner "Vorstellung," kann Dir Fotos machen damit es klar wird.
Hast Du eigentlich einen Gewichtwebstuhl? Ich baue mir einen in den Tagen jetzt. Möchte in den kommenden Wochen eine augusteische Tunika mit eingewebten Clavi fĂŒr mich weben - es sind aber meine erste Webversuche aber ich denke, dass man mit den FĂ€den auf der RĂŒckseite genau so macht, wie bei den Stricken und ich kenne manche Tuniken von der Marled genauso.

LG

Joze

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http://www.alauni.at/
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facebook: Joze Noriker und Kelti Kelten


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